Für mich war die Kinderonkologie die erste Station des Kinderklinikkonzertes in Berlin. Obwohl sich im Vorfeld immer ein beklemmendes Gefühl einstellte, war dieses nach dem ersten Anblick der vorfreudigen Gesichter schnell verflogen. Während KUULT & Mandy Capristo mit energiereichen Songs den Raum zu einer Party machten, schlug Anna Grey ganz leise Töne an. Genau diese sorgten für den ersten Herzschlag-Moment, als sie ihren Song mit tränenreicher Stimme kurz unterbrechen musste, um einer jungen Mutter ihren Respekt auszusprechen.
Auf Tour wird immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, nichts im Leben für selbstverständlich zu nehmen und jeden noch so kleinen Moment zu genießen. Hatten bis jetzt nur einzelne Tränen den Weg über unsere Wangen gefunden, brachen auf der Intensivstation dann endgültig alle Dämme. Gemeinsam mit dem Pflegepersonal, das jeden Tag so Unfassbares leistet, genossen wir diese besonderen Momente. Musik ist in solchen Momenten der zarte Kleber, der sich auf die geschundenen Herzen legt und der Seele erlaubt, Leichtigkeit zu spüren.
Den Abschluss machte unser Konzert auf der Kinder-& Jugendpsychiatrie. Gemeinsam wurde nochmal eine ordentliche Party gezündet. Als Kuult-Sänger Chris die ersten Töne anstimmte, gab es große Augen bei zwei Jungen, die wie verzaubert an seinen Lippen hingen. Mandy Capristo sprühte mit „Ain’t no Mountain high enough“ einen Motivationsschub in den Raum. In der hintersten Ecke fiel mir eine Mutter auf: Augen geschlossen, Tränen auf den Wangen, ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Und wieder war es Anna Grey, die alle berührte, indem sie den Kindern sagte, dass sie selbst einmal ein Teil von ihnen war und dass dies nur eine Momentaufnahme ist, auf dem Weg in ein Leben, das noch Großes mit ihnen vorhat. Wir aus dem Vereinsteam sind in ganz Deutschland verteilt, aber unsere Herzen schlagen für diese eine Sache. Ich bin dankbar für so viel Ehrfurcht, Empathie & Liebe. Am meisten lernen wir von den Kindern: Den Moment zu schätzen, Lebensmut zu haben und Leichtigkeit zu genießen.
In tiefer, demütiger Dankbarkeit.
Antje aus dem Kinderklinikkonzerte-Team
