Tag 5, vorletzte Station und damit ein weiteres Ziel erreicht: Die Ostsee bei Neustadt in Holstein. Somit wird noch einmal das Motto der Tour „Von den Bergen bis ans Meer“ greifbarer.
Nach einer kurzen Busfahrt und millimeter genauem Einparken durch unseren Tourpapa Frank wurden wir unfassbar herzlich vom Personal des sozialpädiatrischen Kinderzentrums Pelzerhaken empfangen. Schon der Nachtdienst überreichte uns eine tolle Willkommensnachricht und löcherte uns im gleichen Zuge neugierig, welche KünstlerInnen denn nun die Klinik besuchen würden. Wir behielten die Überraschung aber noch für uns. Von Sekunde eins fühlten wir uns in der Klinik mit Meerblick wohl. Alles war wunderbar für uns vorbereitet und kleinere logistische Hürden wurden schnell gemeinsam überwunden.
Nach dem ersten Kaffee ging es wieder los; same procedure as every day, aber mit mindestens genauso viel Freude daran. Trailer ausladen, Flightcases und Kartons in den Fahrstuhl bugsieren und anschließend Geschenktüten packen. Diese Aufgaben erledigten wir als mittlerweile super eingespieltes Team im Nu.
Nach der ersten getanen Arbeit konnten wir uns den Vorzügen unserer Location jedoch nicht mehr entziehen:
Ab ans Meer, welches nur zwei Gehminuten vom Kinderzentrum entfernt lag. Einmal angekommen wurde von dreien unserer Teammitglieder Anja, Schatti und Markus, der Plan geschmiedet auf jeden Fall am heutigen Tag noch in die Ostsee zu springen. Dies wurde kurzerhand umgesetzt, als wir nach dem Mittagessen dank des Zugchaos im Norden noch etwas Zeit bis zur Ankunft unserer KünstlerInnen hatten. Das ganze Team versammelte sich am Ufer, um unsere mutigen Teammitglieder anzufeuern. Die DLRG ließ uns dann auch noch die Wassertemperatur messen: kuschelige 16 Grad warm war die Ostsee in Pelzerhaken. Das kühle Nass erwischte natürlich auch Leute aus dem Team, die dies nicht geplant hatten, denn bekanntlich kommt nach Müdigkeit nur noch völlig irrationaler Quatsch, doch wir hatten unseren Spaß.
Mit der Ankunft von LEA und ihrem Gitarristen Hannes, unsere KünstlerIn für das 5. Konzert der Tour nahm ein Tag seinen Lauf, der uns allen als magisch, bewegend und berührend in Erinnerung bleiben soll.
Wir starteten mit dem ersten Konzert auf der Station “Fuchsbau”. Die Kinder, die im Gang auf Matten saßen und warteten, konnten gar nicht fassen, wer nur wenige Minuten später da vor ihnen stand.
Nach den ersten Tönen die Lea uns sang und Hannes auf der Gitarre erklingen ließ dauerte es nicht lange bis alle mit einstimmten.
Weiter ging es anschließend im “Mauseloch”. Hier muss ganz detailliert von einem besonderen Moment berichtet werden.
Nachdem Lea ihr erstes Lied beendet hatte, fing ein kleines Mädchen unmittelbar zu weinen an. Es war einfach nur magisch, wie jegliches Leid und jeglicher Schmerz aus ihrem Gesicht fuhr, als Hannes und Lea schnell reagierten und weiter sangen, so dass am Ende auch alle Ansagen gesungen und durch die Gitarre begleitet wurden.
Vielen des Teams sprangen sofort die Tränen aus den Augen, da sie dieser Moment so sehr berührte. Es war einfach das Abbild unserer Motivation das Projekt der Kinderklinikkonzerte immer weiterzutragen, denn Musik hat heilende Kräfte und kann für einen Moment alle Sorgen und Probleme vergessen lassen.
Und damit nicht genug; während des ganzen Konzertes wurde viel getanzt und gelacht.
Nach einer kurzen Kaffeepause, die auch für unsere KünstlerInnen wichtig ist, um einmal durchzuatmen und das Erlebte begreifen zu können, besuchten wir den “Starenkasten” und spielten das 3. kleine Konzert des Tages. Auf dieser Station wurde lauthals mitgesungen und mit allen Handpuppen ausgiebig gekuschelt. Die Kinder hatten keinerlei Berührungsängste.
Im Bienenkorb fand anschließend das letzte Konzert des Tages statt, welches noch einmal sehr emotional wurde.
Direkt wurde klar, dass sich die ganztägige Aufregung und Vorfreude in Begeisterung für Lea, Hannes und ihre Musik verwandelte.
Als Lea und Hannes “Wunderkerzenmenschen” spielten, wurde sogar eine Wunderkerze entzündet und im Takt mitgeschwungen als alle einstimmten und sangen: „Heute können wir alles sein, müssen uns nur trauen. Wir sind Wunderkerzenmenschen.“
Kurz nach Ende des Konzertes schnappte sich außerdem ein Junge Hannes Gitarre und fing an zu spielen. Auch wenn er vielleicht nicht immer den richtigen Ton traf, versprühte er damit so viel Lebensfreude und Spaß, dass unmittelbar alle mitklatschten und tanzten. Warum? Weil er ganz wahrhaftig und pur Musik gemacht hat, ohne darüber nachzudenken, was andere Leute über ihn sagen könnten. Weil er einfach das Leben und die Musik für sich in diesem Moment genossen und alle anderen daran teilhaben lassen hat.
Mit dieser Bewegung, die Musik auslöste, endete unser Konzert in Neustadt in Holstein.
Auf jeder Station nahmen sich Lea und Hannes natürlich auch Zeit Bilder mit den Kids zu machen, Autogramme zu geben oder einfach nur ein bisschen zu quatschen. Mit Geschenktüten und Kuscheltieren wurden die Kids ebenfalls ausgestattet.
Anschließend muss einfach noch erwähnt werden, wie herzlich uns das Kinderzentrum Pelzerhaken empfangen hat. Auf jeder Station war die Freude riesig und Lea und Hannes wurden von allen mit flauschigen Kuscheltieren beschenkt, passend zum Stationsnamen natürlich. Dazu gab es Plakate und Zeichnungen von den Kindern.
Uns wurde so viel Dankbarkeit entgegengebracht und so viel haben wir auch versucht zurückzugeben.
Der Tag neigte sich also langsam dem Ende zu. Das Team packte wieder zusammen und machte sich noch einmal auf ans Meer, wo in der Zwischenzeit während des Sonnenuntergangs ein kleines Interview mit Nicole, Nadja und Lea gedreht wurde.
Gemeinsam lauschten wir am Ende den Wellen und versuchten zu begreifen, was wir an diesem Tag erleben durften.
Voller Liebe, Freude und Dankbarkeit,
eure Helen.
