Stellt euch vor, ihr liegt im Krankenhaus und plötzlich bekommt ihr Besuch von MusikerInnen, deren Songs ihr in- und auswendig kennt. So ging es einer jugendlichen Patientin in Braunschweig, die jeden Song von Leony mitsingen konnte und nun womöglich für immer einen ihrer glücklichsten Tage mit ihrem Krankenhausaufenthalt verbindet.
Der Nightliner brachte uns im September über Nacht nach Braunschweig. Schon beim Betreten der Klinik wussten wir, dass wir heute wieder die unterschiedlichsten Gefühlswelten durchleben werden, wenn wir mit Gregor Haegele & Leony über die Kinderstationen ziehen.
Wir starteten den Tag mit einer lustigen Morgensport-Einheit, initiiert von unserer Fotografin Julia Tiemann. Nun waren wir warm und wach, um den Trailer vom Bus auszuladen. Es ist immer wieder beeindruckend, was wir dank wundervoller Firmen alles an Sachspenden für die Kinder dabeihaben. Cases, Kisten und Tüten stapeln sich. Auf engstem Raum teilen wir uns in Teams auf, um die Geschenktüten für die verschiedenen Altersgruppen in möglichst kurzer Zeit zu packen – ein bisschen wie Weihnachten.
Ab dem Mittag wechseln wir gemeinsam mit unseren Artists zwischen ruhigeren Zimmerkonzerten, kleineren Stationskonzerten und rufen in der Tagesklinik spontan eine Kinderdisco ins Leben. Kurz zuvor waren wir auf der Kinderkrebsstation, wo eine junge Patientin ein Bild für Leony gemalt und es ihr als Dankeschön geschenkt hat. Momente, die tief in unseren Herzen bleiben und der allerschönste Lohn für unsere Arbeit sind. Genau wie der Moment, als Gregor und Leony ausdrücklich darum gebeten wurden, die kleine Lotta aufzuwecken.
Während der Konzerttage treffen wir auf unterschiedlichste Kinder und Geschichten und nehmen viele Emotionen wahr. Die Tage in den Kliniken zeigen uns immer wieder, wie wichtig Gesundheit ist und wie dankbar man dafür sein sollte. Und wir wissen aus Braunschweig auch, was für ein großartiger Konzertort die Notaufnahme sein kann: Nachdem ein Junge mit einer stark blutenden Wunde versorgt worden war, nahm er mit seiner ganzen Familie am Konzert teil – und man spürte, wie die Anspannung des Notfalls langsam verflog.
