07.10.2026 – Karlsruhe
Der achte Konzerttag unserer diesjährigen Jubiläumstour führte uns ins Städtische Klinikum Karlsruhe. Mit Chris und Andi von KUULT, Mandy Capristo, Luca Hänni und Gregor Hägele erwartete uns eine besondere Künstlerrunde. Gemeinsam erlebten wir einen Tag voller Musik und Begegnungen, an dem ganz unterschiedliche Gefühle ihren Platz finden durften.
Schon beim Ankommen gab es einiges zu entdecken: Farbflächen, Zitate und Leuchtschriften begleiteten uns durch das Gebäude, die verschiedenen Klinikbereiche trugen Blumennamen. Zwischen den Wegen zu den Stationen blieb mein Blick immer wieder an dieser Kunst am Bau hängen. Und Wege gab es an diesem Tag reichlich.
Zum Glück hatten wir mit Volker und Marco zwei wunderbare Ansprechpartner aus dem Klinikum an unserer Seite. Bereits im Vorfeld hatten sie an der Planung mitgewirkt. Nun begleiteten sie uns zu den Stationen, beantworteten geduldig jede Frage und waren mit ganzem Herzen dabei. Diese Zugewandtheit machte es uns leicht, anzukommen und uns auf die Begegnungen mit den Kindern und Jugendlichen einzulassen. Lieber Volker, lieber Marco, danke für eure Zeit, eure Unterstützung und eure Herzlichkeit.
Auch unser Team bekam mit Yvonne, Jessica und Flo Verstärkung. Unser gemeinsamer Rückzugsort war die liebevoll gestaltete „Räuberburg“ des Vereins Stelzenmännchen, der sich für krebskranke Kinder und ihre Familien engagiert und unter anderem die Betreuung von Geschwisterkindern ermöglicht. Auf der angrenzenden Terrasse konnten wir zwischendurch Sonne tanken und durchatmen. Auch die Künstler fanden dort Gelegenheit, zusammenzukommen und musikalisch etwas auszuprobieren. Beim Catering war reichlich für alle da, sodass wir gestärkt zu den Konzerten aufbrechen konnten.
Auf einer der Stationen begegneten wir einem Mädchen, das ab dem allerersten Ton dabei war. Es stand mutig in der ersten Reihe und sang wirklich jedes Lied mit, ganz gleich, ob es ihr bereits bekannt war oder nicht. Ihre Begeisterung war ansteckend. Es war so schön zu sehen, mit welcher Freude sie die Musik aufnahm und wie selbstverständlich sie Teil des Konzerts wurde.
Begeistert waren wir auch von Ellie, die gemeinsam mit Gregor bei „Ein bisschen mehr“ Gitarre spielen durfte, der dieses Lied sehr viel bedeutete. Von diesen wunderschönen Momenten erfahren wir manchmal erst hinterher, wie viel eine einzelne Begegnung für einen Menschen bedeutet.
Auch der Moment, in dem Gregor seinen Song „Ana“ für Kinder und Jugendliche mit Essstörungen spielte war sehr besonders. Im Raum wurde es ganz still und alle waren sehr aufmerksam. Ein Mädchen, das zuvor offen mitgesungen und auf seinem Stuhl zur Musik mitgewippt hatte, begann zu weinen. Ihre Mitpatientinnen waren sofort für sie da und fingen sie auf. Dieses liebevolle Miteinander bleibt mir in Erinnerung: wie aufmerksam die Mädchen aufeinander achteten und einander in diesem emotionalen Moment Halt gaben.
Und dann war da Paulina.
Als sie unsere Kamera entdeckte und erfuhr, dass sie ein Interview geben durfte, war sie völlig aus dem Häuschen. Ihre Vorfreude war so groß, dass sie zwischen den Liedern immer wieder nachfragte, ob es jetzt endlich so weit sei.
Bis dahin wurde getanzt! Gemeinsam mit Mandy und später auch auf einem Hocker, während Luca sang und spielte. Paulina war mit so viel Freude dabei, dass ich beim Zurückdenken sofort wieder ihr begeistertes Gesicht vor Augen habe. Sie machte Fotos mit den Künstlern und setzte sich ganz mutig zu Mandy und den anderen auf die Couch. Als ihr Interview schließlich an der Reihe war, erzählte sie offen vor der Kamera und vor allen Anwesenden. Ihre Aufregung, ihr Mut und diese unbändige Freude machten die Begegnung für mich zu einem besonders schönen Moment des Tages.
Wie herzlich die Künstler den Kindern begegneten, zog sich durch die Konzerte. Es entstand ein lebendiges Miteinander, mit viel Raum zum Mitsingen, Tanzen und gemeinsamen Erleben. Chris und Andi, Mandy, Luca und Gregor ergänzten sich dabei wunderbar und brachten mit ihren unterschiedlichen Stimmen und ihrer zugewandten Art so viel Abwechslung in diesen Tag.
Musikalisch sind mir außerdem Mandys „A Million Dreams“ und „Du bist genug“ in Erinnerung geblieben. Beim Zuhören dachte ich daran, wie wertvoll diese Botschaften gerade hier sein können: Raum für Träume und die Erinnerung daran, dass man genauso, wie man ist, genug ist.
Über den Tag hinweg wechselten sich die leisen und die lauten Momente ab. Es gab Augenblicke zum Durchatmen und Zur-Ruhe-Kommen, ausgelassenes Tanzen und Menschen, die sich in den Armen lagen. Manche Lieder rührten, andere bauten auf oder machten einfach Freude. All diese Gefühle durften nebeneinander stehen. Gerade dieser bunte Wechsel machte die Konzerte für mich so besonders.
Zum Abschluss kamen wir für das gemeinsame Endkonzert im begrünten Innenhof zusammen. Nach den vielen Wegen durch die Klinik war es wunderschön, den Tag unter freiem Himmel musikalisch ausklingen zu lassen. Mit Lucas „Dirty Dancer“ wurde es noch einmal richtig schwungvoll. Auch eine Pflegekraft bekam hier ihren ganz besonderen Fanmoment beim Tanzen – voller Freude, die uns ebenfalls in Erinnerung bleiben wird.
Was ich aus Karlsruhe mitnehme, ist vor allem Dankbarkeit. Für Chris und Andi, Mandy, Luca und Gregor, die ihre Musik und ihre Zeit mit den Kindern und Jugendlichen geteilt haben. Für Volker und Marco, die Stelzenmännchen, das Klinikpersonal und unser Team, die so aufmerksam mitgedacht und mit angepackt haben. Und für die Kinder und Familien, die uns an ihrem Tag teilhaben ließen.
Ich denke an das Mädchen in der ersten Reihe, das kein Lied ausließ. An Ellie mit Gregors Gitarre. An die Mädchen, die füreinander da waren. Und an Paulina, die ihren Moment vor der Kamera kaum erwarten konnte. Diese Begegnungen werden mich noch lange begleiten.
Wie schön, dass wir dabei sein durften.
Eure Anika
Fotos: Julia Tiemann
Video: Calvin Müller
