11. Tourstadt Hamburg

10.10.2026 – Hamburg

Wie es der Zufall so wollte, durfte ich dieses Jahr sowohl an meinem ersten Tourtag in Frankfurt als auch an unserem Tourabschlusstag in Hamburg den Blogbeitrag schreiben.

Dazwischen lagen fünf weitere Konzerttage und so unzählig viele Eindrücke, Emotionen und Erfahrungen, die an diesem letzten Tag in Hamburg noch einmal ganz besonders gefühlt werden wollten.

Der Tag startete für meine Catering-Teamkollegin Jessi und mich wie jeden Morgen um 6:45 Uhr. Gemeinsam mit Anna-Lisa, Caro und Steffi stiegen wir pünktlich aus dem Bus und erreichten nach einem kurzen Fußweg durch die frische Hamburger Luft unser heutiges Ziel: die Kinder-UKE.

Eingespielt, wie wir mittlerweile waren, stand kurze Zeit später schon das Frühstücksbuffet für unser hungriges Team bereit, das kurz darauf in der Klinik eintraf.

Ein Frühstück, eine Dusche und ein Crew-Call später ging es für mein Team auch schon los auf die erste Station des Tages – die Kinderonkologie.

Dort durften unsere heutigen Artists, Christoph Sakwerda und Gregor Hägele, zuerst in einem Spielzimmer für einige Patient*innen und ihre Eltern ein Konzert spielen.

Schon nach kürzester Zeit konnte man fühlen: Diese zwei Musiker bringen zusammen eine ganz besondere Stimmung in den Raum.

Es ist tatsächlich sehr häufig so, dass die Musiker*innen sich untereinander mit der Gitarre oder auch gesanglich begleiten, aber die Kombination von Gregor und Christoph habe ich als sehr besonders wahrgenommen.

Sie haben es geschafft, den Raum mit so viel Liebe und Zuversicht zu füllen. Das hatte etwas wirklich Magisches.

Anschließend fanden einige Einzelkonzerte statt und zum Abschluss wurden dann noch ganz viele Zimmertüren geöffnet und der Flur wurde kurzerhand zur Konzertbühne umfunktioniert.

Wir haben alle gemeinsam gesungen und durften so viele kleine und große Glücksmomente schaffen. Das wird noch lange nachwirken.

Der Besuch der nachfolgenden Station, der ITS, wird mich sicher auch noch eine ganze Zeit lang begleiten.

Zu sehen, wie so kleine Menschen an so unzählig vielen Schläuchen und Geräten angeschlossen in ihren Betten liegen, und die Eltern zu erleben, die ihre Hände halten und einfach hoffen, dass alles gut wird – das hat schon eine ganze Menge mit mir gemacht.

Gerade hier war die Musik noch einmal ganz besonders wertvoll und jede kleinste Reaktion hat uns gezeigt, dass sie ankommt, tröstet und hält.

Beim letzten Konzert des Tages haben Gregor und Christoph noch einmal Vollgas gegeben, aber nicht nur die beiden.

Mehrere Patient*innen hielt es nicht auf ihren Stühlen, sobald der erste Ton zu hören war.

Es wurde getanzt und mitgesungen und ich habe viele Freudentränchen in den Augen der Eltern gesehen, weil es sie so berührt hat, dass ihren Kindern ein paar Minuten Leichtigkeit und Freude geschenkt wurden.

Kurz vorm Verlassen der Station bekam eine gerade erst eingelieferte Patientin noch ein kleines Privatkonzert.

Das war sicher das Letzte, womit sie gerechnet hatte, und dementsprechend ein wirklich unerwartet schöner Moment in einer so schwierigen Situation.

Schon bereit fürs Packen und Aufräumen wurden wir als gesamtes Team von Nicole gebeten, uns vor der Klinik zu versammeln.

Die nachfolgende Überraschung werde ich nie vergessen, insbesondere dieses intensive Gefühl der Zusammengehörigkeit und der Dankbarkeit dafür, dass ich das alles mit so vielen wundervollen Menschen erleben durfte.

Wir standen alle im Kreis, hatten uns im Arm und Christoph und Gregor haben uns zwei letzte Lieder geschenkt, nur für uns.

Die beiden haben so unfassbar tolle Stimmen und sind menschlich ein so großes Geschenk für die Kinderklinikkonzerte. Die Gänsehaut wollte gar nicht mehr aufhören und es sind ganz schön viele Freudentränchen geflossen.

Ein riesiges Dankeschön, lieber Gregor und lieber Christoph!

Dann musste alles recht schnell gehen, denn zum Tourabschluss wartete noch ein ganz besonderer Abend in Hamburg auf uns.

Im „Alten Mädchen“ saßen wir alle noch lange zusammen, haben lecker gegessen, bekamen von Nadja und Nicole einen „Kinderklinikkonzerte-Tour-Orden“ verliehen, hörten eine zauberhafte Tourgeschichte von unserem lieben Matze und durften dank Jules und Margarete sogar noch Bingo spielen.

Trotz fortgeschrittener Müdigkeit haben wir auch noch ein letztes Mal auf dieser Jubiläumstour zusammen getanzt und ich glaube, allen wurde so langsam bewusst, dass in Kürze diese so besonderen 14 Tage ihr Ende finden würden.

Und auch wenn die Vorfreude auf die Liebsten zu Hause riesig war, fiel der Abschied doch wirklich schwer.

Man kann niemandem „erklären“, was wir in diesen vergangenen Tagen erlebt haben.

Deshalb ist es so wertvoll und wichtig, dass wir uns als Team haben und jederzeit auch im Nachhinein miteinander sprechen können, wenn uns etwas noch sehr beschäftigt oder auf dem Herzen liegt.

Es macht mich sehr glücklich zu fühlen, dass wir in den letzten zwei Wochen geschafft haben, was Christoph Sakwerda in seinem Lied zum Abschied für uns gesungen hat: „Leben ist dafür da, dass man das Beste draus macht …“

Liebste Grüße

Danielle

Fotos: Julia Tiemann

Video: Calvin Müller