10. Tourstadt Osnabrück

09.10.2026 – Osnabrück

Eine Reise voller Jubiläen

Es war einmal ein kleiner Prinz, der sich auf eine ganz besondere Reise begab. Er hatte von Orten gehört … Orten an denen die Zeit manchmal stillsteht, Kinder und Familien aus ihrem gewohnten Leben gerissen werden, und in denen neben Freude auch von Trauer und Sehnsucht nach Hause geprägt sind. Diese Orte nannten sich Kinderkliniken.

Der kleine Prinz machte sich auf den Weg, um herauszufinden, ob es auch dort ein bisschen Zauber geben konnte. Seine heutige Reise führte ihn in das Christliche Kinderkrankenhaus Osnabrück. Vor dem Klinikum sah er einen Nightliner-Bus mit dem Symbol der Kinderklinikkonzerte. Beide vereint in ihrem 15-jährigen Bestehen.

Heute durfte der kleine Prinz den Liedern im Gepäck der Musiker Gregor Hägele, Jan Salander und Kati K lauschen. Er beobachtete auch zahlreiche Helferinnen und Helfern, die mit offenen Herzen, Handpuppen und gepackten Geschenktüten unterwegs waren. Sie alle hatten ein gemeinsames Ziel: Freude verschenken, Empathie zeigen, und eine kleine Ablenkung in den Klinikalltag zu schaffen.

Zunächst waren es nur ein paar Töne. Doch schon bald füllten Lieder die Räume, Handpuppen begannen zu tanzen und Kuscheltiere wippten im Takt. Aus vorsichtigen Blicken wurden neugierige Augen. Aus stillen Momenten wurden kleine Begegnungen. Und manchmal verwandelte sich ein Krankenhauszimmer für ein paar Minuten in einen Ort voller Leichtigkeit.

Auf seiner Reise begegnete der kleine Prinz vielen besonderen Momenten. Auf der Säuglings-Intensivstation lernte der kleine Prinz Hassan und Maya kennen. Ihre kleine Schwester hatte erst vor wenigen Monaten das Licht der Welt erblickt. Für die beiden war es etwas ganz Besonderes, die Musik zu hören und ein wenig von der Freude mitzuerleben, die durch die Klinik zog. Vielleicht schenkte ihnen dieser Augenblick eine kleine Pause von all den Sorgen, die ihre Familie gerade begleiteten. Und vielleicht war genau das ein Stückchen Zauber: für einen Moment einfach nur zuhören, staunen und Freude spüren zu dürfen.

Auf der nächsten Station wartete ein richtig großes Fest auf den kleinen Prinzen. Mehr als 30 Kinder waren aus zwei Stationen zusammengekommen. Auch ein Rollstuhl konnte die Tanzfreude Ella nicht bremsen: Es wurde mitgewippt, mitgetanzt und der Rhythmus auf ganz eigene Weise gefeiert. Der kleine Prinz staunte. So viele unterschiedliche Geschichten, so viele kleine Heldinnen und Helden – und doch waren in diesem Moment alle durch etwas Gemeinsames verbunden: die Musik und die Freude, die sie miteinander teilten.

In der Notaufnahme versammelten sich die Kinder im Foyer vor einer hölzernen Giraffe, als das Lied „Paracetamol“ erklang. Gregor ließ erst alle laut und dann ganz leise mitsingen. So leise, dass aus fröhlichen Stimmen ein gemeinsames Flüstern wurde. Und tatsächlich – in einer Klinik – in der immer etwas zu hören ist – entstand plötzlich eine ganz besondere Stille. Ein leiser, beinahe magischer Moment, in dem alle miteinander verbunden waren.

Der kleine Prinz begann zu verstehen, dass Zauber nicht bedeutet, alle Schwierigkeiten verschwinden zu lassen. Die Krankheit war nicht einfach fort. Aber für einen Augenblick durfte etwas Schönes entstehen. Gemeinsame Erinnerung, Lachen, freudiges Tanzen, tolle Geschenke für die Zeit danach, Bilder mit den Künstlern und Erinnerung die nachklingen.

Die wahren Heldinnen und Helden dieser Geschichte waren die Kinder selbst.

Eurer Matze

Fotos: Julia Tiemann

Video: Calvin Müller