28.09.2026 – Magdeburg
Der Saal ist gemietet, die Band ist gebucht – nun wollen wir mal sehen, ob wir tanzen können! So lässt sich der erste Tourtag unserer diesjährigen Tour ganz gut zusammenfassen. Unsere erste Station ist, sehr zur Freude unserer örtlichen Mitglieder, das Universitätsklinikum unserer Vereinsheimat in Magdeburg. Vorteil für die Tourfahrer von außerhalb: alles Material, was wir brauchen, wurde tags zuvor schon in unseren Aufenthaltsbereich im Elternhaus des Förderkreises Krebskranker Kinder e. V. transportiert, den Trailer auspacken bleibt uns heute früh also erspart.
Als Tagesgast beginnt mein Tag heute um 8 Uhr mit vielen Umarmungen und freudigen Wiedersehen- immerhin sehen die meisten von uns sich nur zu den Konzerttouren persönlich. Nach dem Frühstück und den alljährlichen Belehrungen zu Beginn der Tour finden sich alle in ihren jeweiligen Teams zusammen. Ich bin heute Teil des Teams Sachspenden, d. h. ich helfe, Geschenktüten für alle Altersgruppen zu packen, sodass jedes Kind nach den Konzerten noch eine Erinnerung an den Tag mit nach Hause nehmen kann. Nachdem für jede Altersgruppe erst einmal einige Tüten vorbereitet sind, widme ich mich mit meinen Mitstreiterinnen Cindy und Manu noch einer anderen wichtigen Aufgabe. Wir dekorieren das Foyer des großen Hörsaals der Uniklinik für das große Konzert heute Nachmittag. Nach einigen Stunden und unzähligen Ballons (danke Til!) hat sich das Foyer in eine Bühne verwandelt und die Gäste können ganz nah bei den Künstlern sein.
Nachdem auch die anderen Teams ihre Vorbereitungen abgeschlossen haben, treffen wir uns alle zum Mittagessen wieder. Auch an den längsten Tagen nehmen wir uns immer Zeit fürs Essen. Heute zeigt sich aber wieder: nichts ist so beständig wie die Lageänderung. Von einigen Krankmeldungen im Team und bei den Gästen heute Morgen über angepasste Zeitpläne und veränderte Patientenzahlen, das ganze Team bleibt flexibel und sucht nach der besten Lösung. So gehen die Teams mal in kleinerer, mal in größerer Besetzung auf die Stationen, legen wir Konzertslots zusammen und freuen uns am Ende über all die Kinder, deren Tag wir etwas verschönern können. Nach dem letzten Konzert in der Kinderklinik geht es schnell zum obligatorischen Teamfoto, bevor wir uns für die Kaffeepause niederlassen und nochmal Luft schnappen vor dem Highlight des Tages: das große Konzert im Hörsaal. Es bleibt sogar noch Zeit für eine Runde Kniffel mit unserer Fotografin Jules (ich freue mich aufs Rückspiel!).
Das Konzert im Hörsaal ist vor allem für die örtlichen Mitglieder immer etwas ganz Besonderes. Es sind eine Menge toller Gäste von vielen Initiativen und Vereinen für kranke und behinderte Kinder aus Magdeburg und der Region eingeladen und nach inzwischen schon 15 Jahren Kinderklinikkonzerten in diesem Jahr kennt man sich untereinander und trifft man viele bekannte Gesichter. Unsere Künstler heute, Leony und Philipp Dittberner, machen ordentlich Stimmung und verwandeln das Konzert kurzerhand in eine Tanzparty. So viele lachende und ausgelassene Menschen sieht der Hörsaal bestimmt auch nicht oft. Nachdem alle Gäste noch die Gelegenheit für ein Foto mit unseren Künstlern hatten und sich mit tollen Erinnerungen und Geschenktüte in der Hand auf den Heimweg machen, zieht das Team weiter. Cindy, Manu und ich bauen in Blitzgeschwindigkeit die Deko wieder ab und verstauen alles für das nächste Mal.
Derweil beginnt das, wie ich ganz persönlich finde, schönste Konzert des Tages. Traditionell findet das letzte Konzert in der Uniklinik Magdeburg im Innenhof des Elternhauses statt, in dem auch wir heute untergebracht sind. Leony und Philipp spielen hier für die Familien, die gerade dort wohnen, sowie für die Organisatoren der Stiftung des Elternhauses. Es ist schwer, die Stimmung diesen letzten Konzertes unseren heutigen Tourtages in Worte zu fassen. Auch nach den letzten Songs liegt noch immer etwas Aufgelöstes in der Luft, Freude, Erleichterung, aber auch ein wenig Erschöpfung.
Der Abend vergeht wie im Flug. Wir packen die übrigen Geschenktüten wieder aus und die Inhalte zurück in die Kisten, sortieren um, beschriften neu und finden am Ende für alles einen Platz. Die letzte große Aufgabe ist nun, das alles wieder im Trailer zu verstauen- wie sich herausstellt, tatsächlich eine der größten Herausforderungen des Tages. 2 Wochen Tour bedeutet leider auch Material für 2 Wochen und der Platz im Trailer ist begrenzt. Wir stellen um, quetschen, diskutieren und müssen uns am Ende mit Kompromissen zufriedengeben, aber: es ist alles drin. Eine große Ladung Kuscheltiertüten hält alles beisammen und wir schließen die Heckklappe mit einem müden Seufzer.
Auf das restliche Team wartet jetzt noch das Aufräumen im Elternhaus und das Verladen der Koffer im Bus, bevor es heute Nacht zur nächsten Station geht, das UKSH in Lübeck. Auf mich wartet heute nur noch eine heiße Dusche und mein Bett. 🙂
Euer Yunes
Fotos: Julia Tiemann
Video: Calvin Müller
